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Früher eine verrückte Idee, heute eine Erfolgsgeschichte

Kammersteiner Blasmusik feiert zehnten Geburtstag
Festabend im Bürgersaal mit vielen Gästen

Am Anfang war es eine verrückte Idee. Heute ist es eine Erfolgsgeschichte. Die Kammersteiner Blasmusik wird heuer zehn Jahre alt. Ein guter Grund zum Feiern, sagen die Vorsitzenden Walter Schnell und Richard Heubeck. Teil eins ging mit einem Festabend im Bürgersaal über die Bühne. Teil zwei folgt am 24. Juli mit einem Jubiläumskonzert, bei dem auch Kabarettist Jürgen Leuchauer und der legendäre „Rory der Hexer“ gratulieren wollen.

Die musikalischen Botschafter Kammersteins: die Mitglieder der Blaskapelle.
Die musikalischen Botschafter Kammersteins: die Mitglieder der Blaskapelle.
Foto: Claudia Spachmüller / Get in Focus

Erste Versuche, im kleinen Kammerstein eine (Jugend-)Kapelle auf die Beine zu stellen, hatte es schon in den 1990er-Jahren gegeben. Vergebens. Anfang 2001 unternahmen einige engagierte Kammersteiner einen neuen Anlauf. Ihr Ziel: den überstrapazierten und oft auch für Vereinsfeste gebuchten Posaunenchor zu entlasten. Am 7. März 2001 gab es ein erstes Gespräch im Rathaus, am 26. April trafen sich eine Handvoll Musiker im Volkersgauer Feuerwehrhaus zur ersten Probe. Am 2. November 2001 hoben schließlich 44 Gründungsmitglieder den Verein aus der Taufe.

Im Bürgersaal feierte sich die zehn Jahre alt gewordene Kammersteiner Blasmusik selbst — 
                       und viele Gäste feierten am Wochenende mit.

Zuvor hatten die Musiker schon ihre Feuertaufe erlebt: Ihren ersten Auftritt hatten sie bei einem Grillfest des 1.-FCN-Fanclubs. „Ganz so toll hat das am Anfang noch nicht geklungen“, gibt Walter Schnell heute rückblickend zu. „Aber das hat sich gründlich geändert. Heute können unsere Musiker ein fünfstündiges Programm spielen. Das Repertoire ist groß.“
Der Kammersteiner Bürgermeister ist seit der Gründung auch Vereinsvorsitzender. „Ich gebe aber nur meinen Namen her“, betont der Rathauschef. „Die ganze Arbeit macht mein Stellvertreter Richard Heubeck.“

Nicht nur das. Heubeck gehört nicht nur zu den 44 Gründungsmitgliedern, er gehört auch zu den Musikern der ersten Stunde und hat somit miterlebt, wie die kleine Blaskapelle mit ihren 20 Musikern von Jahr zu Jahr besser geworden ist. Wer sie nur alle paar Jahre einmal hört, der registriert sogar einen „Quantensprung“, wie Landrat Herbert Eckstein beim Festabend im Bürgersaal lobte.

Der Fortschritt kommt nicht von ungefähr. Die Mitglieder der Blaskapelle werden von professionellen Musiklehrern aus- und weitergebildet. „Wir haben uns zu einer kleinen Musikschule gemausert“, sagt Bürgermeister und Vereinsvorsitzender Walter Schnell stolz.

Allerdings sei es heutzutage nicht einfach, für genügend Nachwuchs zu sorgen. „Die Musik, die wir in der Regel spielen, liegt bei jungen Leuten nicht so im Trend“, betont stellvertretender Vorsitzender Heubeck. Ernst Mosch, Bert Kempfert & Co. sind halt nicht jedermanns Sache. Doch mit einem festen Stamm von 20 Musikern und inzwischen 156 Vereinsmitgliedern sei man heute fester Bestandteil im Kammersteiner Vereinsleben, freut sich Heubeck.

Das wurde nicht zuletzt beim Festabend deutlich. Vertreter fast aller Kammersteiner Vereine gratulierten, ebenso die Vertreter befreundeter Blaskapellen aus Stadt (Schwabach) und Land (Abenberg). Abgesandte von Sparkasse und Raiffeisenbank überreichten symbolische Schecks.

Für die Geburtstagsständchen sorgten die Kammersteiner unter ihrem Kapellmeister Andreas Krach (der 2008 Bruce Ricker abgelöst hat) selbst. Die Gründungsmitglieder des Vereins wurden ebenso geehrt wie die aktiven Musiker. 


Schwabacher Tagblatt, 14.4.2011